Jahr 1987
CPU NEC V30 (μPD70116) @ 8 MHz (enhanced i8086)
RAM 512 kB
Anzeige 640×200 LCD ohne Hintergrundbeleuchtung
Betriebssystem* MS DOS 3.3
Schnittstellen Seriell, Parallel, Video (MDA/CGA), 2x 8Bit-ISA-Bus (“Erweiterung A/B”), Monitoranschluss …
Energieversorung 12V-Hohlstecker, mobiler Betrieb mit 10 TypeC/R14-Zellen möglich
Eigenschaften 2x 720 kB-Floppylaufwerke (DD), keine HDD
Bemerkungen DIP-Switches zur Einstellung der Videoausgabe (MDA/CGA, int.Display/ext.Monitor)
Zustand funktioniert

„Portable PCs“ sind die Vorläufer heutiger Laptops und Notebooks. Im Mittelpunkt dieser tragbaren Geräte stand ihre Transportfähigkeit – das heißt: Man konnte den PC vergleichsweise leicht „mitnehmen“, etwa zum Kunden. Dass sich das Amstrad-Gerät auch unterwegs betreiben ließ, war eher als zusätzlicher Vorteil zu verstehen.

Der PPC512 wurde als preisgünstiges Gerät im Markt positioniert und überzeugte vor allem durch seine gute Tragbarkeit. Die technische Ausstattung fiel dagegen eher schlicht aus: Zum Zeitpunkt der Markteinführung hatten sich PCs mit i80286-Prozessor und Festplatte (IBM PC/AT) bereits etabliert und der ebenfalls auf der i8086-CPU basierende IBM Portable PC (auch PC/XT-kompatibel) war zu diesem Zeitpunkt seit drei Jahren erhältlich, das “Urgerät” der Klasse, der Compaq Portable” (der den Erfolg Compaqs begründete) bereits seit vier Jahren.

Immerhin verfügte der PPC mit der ungewöhnlichen NEC-V30-CPU über eine verbesserte i8086-Variante, die mit 8 MHz zudem relativ hoch getaktet war (Standard-XT: 4,77 MHz). Auch die 512 kB Arbeitsspeicher lagen nahe an der maximal üblichen Ausbaustufe von XT-Rechnern (640 kB). Eine weitere Besonderheit ist das integrierte TFT-Display. Damit zählt das Gerät zu den frühen Modellen überhaupt, die einen solchen Bildschirm verwendeten. Das geringe Gewicht des Displays trägt erheblich zur Tragbarkeit bei – allerdings auf Kosten der Ergonomie: Im Vergleich zu einem Röhrenmonitor bietet die Anzeige wenig Kontrast, reagiert träge und ist stark vom Blickwinkel abhängig. Im Dunkeln ist das Display nicht nutzbar, da diese frühen LCDs (Flüssigkristallanzeigen) noch keine Hintergrundbeleuchtung besaßen.

Trotz dieser Einschränkungen war das LCD-Display 1987 zweifellos ein Blickfang. Dank der energiesparenden Anzeigetechnologie ist sogar ein mobiler Betrieb möglich: Der Computer lässt sich mit zehn (!) Alkaline-Zellen (Typ C/R14) mehrere Stunden betreiben. NiCd- (Nickel-Cadmium-) und NiMH-Zellen (Nickel-Metallhydrid) sollen aufgrund ihrer etwas geringeren Zellenspannung jedoch nicht zuverlässig funktionieren.

Bei hellem Tageslicht ist der tragbare Rechner mit seiner angenehmen Tastatur in Normalgröße gut nutzbar – sofern man auf eine Festplatte verzichten kann (diese war über Drittanbieter erhältlich).