IBM Personal System/2 Model 30 286
| Modell-/Baujahr | 1988 / 1990 |
| CPU | i80286 @ 10 MHz |
| Betriebssystem | IBM PC DOS 3.3 |
| Massenspeicher | HDD 30 MB / 3600 U/min / RLL |
| Schnittstellen | Seriell, Parallel, VGA-Monitoranschluss, PS/2-Anschlüsse für Tastatur/Maus |
| Eigenschaften | 1,44 MB-Floppylaufwerk, VGA, 16550 UART, 72pin-SIMMs, 16Bit-ISA-Bus, Steckplatz für 80287-Coprozessor, 5250 Terminal-Emulatorkarte |
| Bemerkungen | Gewicht ~8 kg, Tastatur mit Mikrotastern |
| Zustand | funktioniert |
IBM ist 1981 erst relativ spät in den aufkommenden Mikrocomputer-Markt (“Personal Computer”/ PC) eingestiegen, konnte aufgrund seiner Reputation im Groß- und Minicomputerbereich allerdings trotzdem mit den frühen Modellen “IBM PC” und “IBM PC/XT” noch die später wesentlichen Standards setzen - Der “IBM-kompatible PC” ist auch heute noch der verbreitetste PC-Standard.
Für IBM war es jedoch sehr ungünstig, dass diese ersten Standards offen waren (wohl dem verspäteten Einstieg IBMs geschuldet), deren Nutzung also nicht an IBM lizenziert werden musste. Ende der 1980-er Jahre versuchte IBM mit proprietären Standards den Markt wieder unter seine Kontrolle zu bekommen. Dazu brachte IBM bei den Personal Computern die PS/2-Reihe mit einigen sehr leistungsfähigen technischen Neuerungen heraus:
- Microchannel-Bussystem
- neue BIOS-Technologie
- VGA-Grafikstandard
- 72-polige RAM-SIMM-Module
- serielle Schnittstelle mit 16550 UART
- PS/2-Schnittstellen für Maus und Tastatur
- “High Density” 3,5-Zoll-Disketten mit 1,44 MB Speicherkapazität
Die großen Hersteller IBM-kompatibler PCs dieser Zeit (allen voran Compaq) sahen nicht ein, weshalb sie künftig für „ihre PCs“ Lizenzzahlungen an IBM leisten sollten. Stattdessen etablierten sie gemeinsam für die meisten IBM-Neuerungen eigene, offene Standards (z. B. EISA). Damit blieb die PS/2-Reihe letztlich IBMs gescheiterter Versuch, den boomenden PC-Markt durch proprietäre technische Standards wieder stärker an sich zu binden.
Einige technische Neuerungen der PS/2-Reihe setzten sich dennoch im offenen PC-Markt durch: VGA, die PS/2-Anschlüsse für Maus und Tastatur, SIMM-Speichermodule, serielle Schnittstellen mit 16550-UART sowie das HD-Diskettenformat (1,44 MB) gehörten später zur Ausstattung der meisten PCs.
Das hier gezeigte “Model 30” war am unteren Ende der IBM-PS/2-Modellreihe angesiedelt und stellt einen seltsamen Kompromiss IBMs dar: Obwohl ein PS/2-System, kam es bspw. mit offenem 16-Bit-ISA-Bus (statt Microchannel) - man kann also “normale” ISA-Karten im System nutzen. Es ist trotzdem einer der ersten PC-Modelle mit PS/2-Anschlüssen, VGA-Grafik, 72-poligen SIMM-Modulen und 1,44 MB-HD-Floppydrive.